Liebe Leserinnen und Leser,
junge Menschen gelten oft als flexibel, kreativ und voller Zukunftspläne. Und tatsächlich begegnen wir in unserer Arbeit täglich beeindruckenden jungen Menschen, die ihren Weg gehen wollen, Verantwortung übernehmen und trotz mancher Hürden nicht aufgeben. Gleichzeitig zeigt das Jahr 2025 deutlich:
Der Start ins Erwachsenenleben ist für viele anspruchsvoller geworden.
Ein Thema, das uns in der Jugendberatung besonders beschäftigt, ist die psychische Gesundheit junger Menschen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind ebenso wie die Herausforderungen der digitalen Welt noch immer spürbar. Der ständige Druck, jederzeit erreichbar und präsent zu sein, gesellschaftliche Krisen und Kriege sowie die Sorge um die eigene Zukunft belasten viele Jugendliche und junge Erwachsene. Ängste, Depressionen und Gefühle der Überforderung nehmen zu. Lange Wartezeiten auf Therapieplätze und passende Unterstützungsangebote verschärfen die Situation zusätzlich. Manche jungen Menschen ziehen sich zunehmend zurück, besuchen die Schule nur noch unregelmäßig oder brechen sie ganz ab.
Die Folgen reichen oft weit über die Schulzeit hinaus und beeinflussen Bildungs- und Berufswege nachhaltig.
Hinzu kommen soziale Unsicherheiten und ein hoher Medienkonsum, der durch das Smartphone zwar Vernetzung verspricht, aber nicht immer echte Verbundenheit schafft.
Ebenso präsent ist für uns das Thema Wohnungslosigkeit. Die Zahl wohnungsloser junger Menschen steigt bundesweit – Freiburg bildet dabei keine Ausnahme. Wohnungslosigkeit betrifft längst nicht mehr nur einzelne Randgruppen, sondern ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Für junge Menschen hat der Verlust einer sicheren Unterkunft besonders weitreichende Folgen. Wie soll eine Ausbildung erfolgreich gelingen, wenn unklar ist, wo man morgen schläft? Positiv ist, dass in Freiburg viel bewegt wird: Neue Wohnangebote, Azubi-Wohnheime und der Ausbau der Wohnungslosenhilfe setzen wichtige Signale.
Dennoch bleibt die Herausforderung groß, denn die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum wächst nach wie vor schneller als die verfügbaren Möglichkeiten.
Auch finanzielle Fragen spielen in unserer Beratung eine immer größere Rolle. Die steigenden Lebenshaltungskosten treffen junge Menschen besonders stark. Von einer Ausbildungsvergütung Miete, Lebensunterhalt und Zukunftspläne zu finanzieren, ist oft ein Balanceakt – insbesondere dann, wenn familiäre Unterstützung fehlt. Gleichzeitig beobachten wir eine Zunahme von Verschuldungsrisiken.
Angebote wie „Buy now, pay later“ wirken bequem und unkompliziert, können jedoch schnell zur Schuldenfalle werden.
Wie relevant dieses Thema für viele junge Menschen ist, zeigte auch ein Beitrag des Wirtschaftsmagazins Plusminus, in dem unser Kollege Philipp Geigis, gemeinsam mit einer Klientin, über ihre Erfahrungen berichten.
Während die Herausforderungen wachsen, erleben wir zeitgleich Diskussionen über Einsparungen und Kürzungen in zahlreichen gesellschaftlichen Bereichen - vor allem aber im sozialen Bereich. Das bereitet uns große Sorge.
Denn wer jungen Menschen Chancen eröffnet, stärkt nicht nur einzelne Lebenswege, sondern investiert in die Zukunft unserer gesamten Gesellschaft.
Als Jugendberatung Freiburg erleben wir jeden Tag, wie wichtig frühzeitige, verlässliche und niedrigschwellige Unterstützung ist.
Diese Arbeit wäre ohne das Engagement vieler Förder*innen und Spender*innen und Spender sowie weiterer Unterstützerinnen und Unterstützer nicht möglich.
Dafür danken wir Ihnen von Herzen.
Wenn Sie unsere Arbeit auch unterstützen möchten, freuen wir uns über Ihre Spende.
Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass junge Menschen die Chancen erhalten, die sie für einen selbstbestimmten und erfolgreichen Lebensweg brauchen.
Ihr Team der Jugendberatung Freiburg e.V.
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